(Jagd)Hunde verstehen ...


Dummytraining 

 


… ist eine Kombination aus Suche, Apportieren und Grundgehorsam, die ihren Ursprung in der britischen Jagdhundeausbildung der Retriever hat.
Verwendet werden sogenannte Dummies, mit Kunststoffgranulat, Sand oder Holzspänen gefüllte Leinensäckchen, die in verschiedenen Größen, Formen und Farben erhältlich sind. Der Standarddummy, der auch für Bewerbe verwendet wird, ist grün und hat 500g.
Zu Wettbewerben in Österreich sind nur die 6 Retrieverrassen sowie Spaniels, jeweils nur mit FCI-Papieren, zugelassen. Es gibt verschiedene Arten, z. B. Working Tests, wo jagdnahe Szenen mit Dummies nachgestellt werden oder Field Trials, bei denen die jagdliche Arbeit mit Wild beurteilt wird.


Die Teilbereiche der Dummyarbeit sind:
1) die SUCHE
Ein Dummy wird auf einer begrenzten Fläche, für den Hund nicht sichtig, versteckt. Hund und –führer befinden sich direkt am Suchengebiet und der Hund wird mit einem Signal, z. B. SUCH, losgeschickt. Die Nase soll sofort auf Suchmodus schalten. Fortgeschrittene Teams arbeiten mit mehreren Dummies, in größerem Suchengebiet, mit Geländeübergängen, etc.
2) das MEMORY
Ein Dummy wird auf Distanz ausgelegt, oft von einem Helfer. Der Hund wird mit einem Signal, z. B. VORAN, losgeschickt, bis er im Suchengebiet ist und dort erst soll er zu suchen beginnen. Anfangs sieht der Hund beim Auslegen zu, später werden „Blinds“ gearbeitet, d. h. nur der Hundeführer weiß, wo sich das Dummy befindet und muß den Hund in eine bestimmte Richtung schicken können („Lining“).
Steigerung der Anforderungen durch größere Distanz zum Dummy, Arbeiten mit Geländeübergängen, Auslegen mehrerer Dummies, längere Liegedauer vor Ausarbeitung, etc.
3) das MARKING (oder die MARKIERUNG)
Ein Dummy wird von einem Helfer auf Distanz, meist mit Geräusch, geworfen. Der Hund soll sich die Fallstelle merken und wird mit einem Signal, z. B. VORAN, losgeschickt. Wenn er in unmittelbarer Nähe der Fallstelle ist, soll er zu suchen beginnen. Auch hier sieht der Hund anfangs beim Auswerfen zu, später können bei Markierungen nur teilweise Flugbahnen oder nur das Aufschlagen auf der Fallstelle („marking by ear“) für den Hund sicht- bzw. hörbar gearbeitet werden. Doppel- und Mehrfachmarkierungen werden mit 2 bzw. mehreren Dummies gearbeitet.
3a) das GEBROCHENE MARKING
Hier wird eine Markierung mit Unterbrechnung gearbeitet, d. h. nach dem Werfen und vor dem Losschicken zum Dummy wird eine weitere Verhaltensweise abgefragt, z. B. Suche in die andere Richtung, gemeinsames Spiel, etc.

Man kann alle Bereiche individuell an das Können des jeweiligen Teams anpassen und sehr viele Varianten erarbeiten. Die verschiedenen Farben und Größen der Dummies können auch – in Kombination mit dem jeweiligen Bewuchs - für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade eingesetzt werden.
Beim fortgeschrittenen Arbeiten wird mit Stoppen des Hundes sowie mit Einweisen (=rechts, links und nach hinten schicken auf Distanz) oder mit Schußabgabe gearbeitet.
Für das Heranbringen, das Stoppen oder das Suchen werden unterschiedliche Pfiffe verwendet und es wird generell sehr viel mit Sichtzeichen und Körpersprache gearbeitet.
Vor allem werden Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit, Ruhe bzw. Impulskontrolle und die Lenkbarkeit des Hundes (auf Distanz) bei der Dummyarbeit geschult. Das räumliche Merkvermögen und die Nasenleistung werden verbessert und die Basis-Signale, wie Abrufen, Grundstellung im Sitzen, Bei Fuß, Bleiben sowie Stoppen auf Distanz, unter Ablenkung gefestigt.


Es werden laufende Dummy-Gruppentermine angeboten, die einzeln gebucht werden können. Es sind max. 5 Mensch-Hund-Teams in einer Einheit (1 - 2 Std.). Gearbeitet wird entweder in Hollern am Trainingsgelände oder in der dortigen Umgebung. Für jeden Teilnehmer an den laufenden Dummystunden ist das einmalige Absolvieren eines Einzeltermins Voraussetzung, um den Hund und seine Arbeitsweise kennenzulernen.
Anfängern werden die Grundbegriffe des Apportierens vermittelt und es werden erste Schritte gemeinsam erarbeitet. Bei Teams mit bereits vorhandenen Kenntnissen dient der Ersttermin zur Feststellung des aktuellen Ausbildungsstandes, damit das Weiterarbeiten am derzeitigen Niveau bei den laufenden Terminen garantiert werden kann.